3

telefon. los.

Derzeit liest man ja immer wieder, dass zur Fastenzeit vermehrt Menschen auf Social Media oder ihr Smartphone verzichten.

Ich tue dies auch.

 

Allerdings nicht freiwillig. Mein Smarty Phone ist zur Reparatur und ich bin ohne Twitter, Email und WhatsApp (Ja, ich bin nicht gewechselt) und vor allem ohne TERMINKALENDER MIT ERINNERUNGSFUNKTION gezwungen, meinen Alltag zu schaffen.

Ich muss nicht lernen, Langeweile mal auszuhalten, die habe ich nämlich nie. Ich spiele mit dem Gerät keine Spiele. Ich nutze es als Kommunikationsmittel und Organisator.

 

Was ich bisher verpasst habe:

– mindestens 100 Bilder zu machen

– Bilder vom fertigen Pullover zu posten

– meine Twitter Timeline. #missyou!!!!

– einen Kleiderflohmarkt (dabei wollte ich von dem Erlös mein neues Tattoo stechen lassen. ARGH)

– einen Geburtstag (zum Glück checke ich manchmal Facebook)

– das tägliche Kindergarten- Abholbild von K3 an Kopfstand zu schicken

– unzähliges Spannendes im tumblr

– gefühlt 10 instant Blogs für die ich Ideen hatte

– und all die Dinge, die ich gar nicht weiß, dass ich sie verpasst habe.

 

Duh! Ich finde das doof. Ich denke, kommende Woche habe ich es wieder.

Dann kann ich euch auch zeigen, wie K2 sich über seinen Hoodie gefreut hat. Und dass mein Ravello schon weit ist.

Und ich kann von dem nächsten Projekt berichten. Die Jacke für E. – ein Gastgestrick aus georgischer Urlaubsmitbringselwolle.

 

So viel zu erzählen.

So unfreiwillig offline.

Meh.

3

Noch 7 Tage.

7 Tage habe ich noch, um den Kapuzenpulli für K2 fertig zu stellen. Ich berichtete bereits vor einer Woche. Und davor auch schon.

Nun:

Hoodie

Hoodie 4 mit Bruder in grün

Ich habe es fast geschafft! Jetzt fehlt “nur noch” die Kapuze. Sagte ich bereits, wie laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig Kapuzenstricken ist? Und gestern war ich so bockig auf K2, dass ich fast seinen zur Seite gelegt und an meinem Pullover weitergestrickt hätte. Fast.

Also Endspurt. Noch knapp 30cm, dann alle Fäden vernähen. Das schaffe ich. Jetzt würde ich nicht mehr auf Nachtschicht wetten.

3

Alle Jahre wieder: Buchmesse Leipzig 2014

Buchmessebesuche gehören für uns seit etwa 15 Jahren zum Must-have.

Früher arbeitsbedingt in der Gastro, heute als Gast. In diesem Jahr zudem in Begleitung unserer 3 kleinen Bücherfresser.

Meiner Meinung nach ist ein Messebesuch für Kinder ne feine Sache, so lange sie im Tragetuch sitzen. Sind sie zu groß dafür, sollten sie lieber mit anderen Menschen irgendwo anders spielen, als sich in Gesäßhöhe durch Menschenmassen zu drängen. Noch nerviger: Buggies. Keiner sieht, dass man einen vor sich herschiebt, alle fallen drüber, man passt nirgends durch…. Die Liste ist endlos.

Sicher gibt es Eltern, die damit gute Erfahrungen gemacht haben. Wir nicht.

Deswegen waren unsere dank 2/3 entwickelter Lesekompetenz erst  dieses Jahr mit von der Partie.

Buchmesse

Buchmesse Leipzig

Hach. Schön wars. Soooo schön. Ich glaube, unsere Begeisterung für Cosplay ist auf sie übergesprungen. Spätestens als Fang, der Saurüde, K3 mit “Free Hugs” zu Boden geworfen hat, war das Eis gebrochen.

Ich will jetzt hier keinen “Erst waren wir hier, dann da” Report schreiben, denn das wäre ziemlich fad. Aber ich habe einen emotionales Ranking für euch zusammengestellt:

Doof: Neue Aufteilung. Manche Verlage wurden nicht gefunden.

Nicht so prickelnd: Zu wenig Platz an den Ständen der Kinder- und Jugendbuchverlage.

WOW:  Kazue Kato beim Zeichnen von Rin Okomura zuschauen.

WOW WOW: die Kostüme der Cosplayer.

OMG *hyperventilate*: “Tintenherz” in der Jubiläumsausgabe. Neues Vorwort. 3 neue Kapitel. Erkenntnis: Die Spiegelwelt ist die Tintenwelt. Nur eben ein paar Jahre später. *faints*

0

Die verstrickte Dienstagsfrage 10/2014

Heute gibt es mal wieder eine Dienstagsfrage, die ich auch beantworten möchte:

Welche Gefühle verbindest Du mit dem Stricken und Häkeln oder allgemein mit dem Verarbeiten von Wolle?

Welche Bedeutung hat dieses Hobby für Dich?

Was würdest Du fühlen, denken, machen, wenn Du aus irgendwelchen Gründen plötzlich überhaupt nicht mehr mit Wolle und Nadeln arbeiten könntest oder dürftest?

Nun, Welche Gefühle verbinde ich?

Viele 🙂

Es ist die Fülle an Sinnen, die beim Verarbeiten von Wolle angesprochen wird, die mich so fasziniert. Angefangen beim Betrachten der Fasern, in all ihren Formen und Farben, ob kardiert oder versponnen, verstrickt oder gefilzt… Je nach Licht und Umgebung strahlt die gleiche Ausgangslage völlig unterschiedliche Stimmungen aus.

Ich liebe auch den Geruch von Wolle. Oft sitze ich da und rieche an neuen Strängen, vor allem, wenn sie frisch aus dem Karton gehoben werden, die Banderole raschelt und die erste Kontaktaufnahme passiert.

Natürlich fühle ich die Wolle auch ganz bewusst. Es ist schön zu lernen, wie unterschiedliche Verarbeitung am Ende zu einem unterschiedlichem Fingergefühl führt. Ist zuviel Drall auf der Faser, ist sie hart. Lässt man ihr Platz zum Flauschen, ist sie weich. Ist sie zu locker, fällt sie auseinander. All diese Zonen fühlen sich unterschiedlich an. Ich übe auch, “blind” zu stricken und zu spinnen, so dass die Finger trainiert werden, diese Unterschiede feiner auszuarbeiten.

Nicht zuletzt ist es aber die Wärme eines Wollpullovers, die ich so liebe. Ich friere so unglaublich schnell und Wolle bedeutet für mich- Wohlbehagen.

Wenn das alles wegfiele, warum auch immer? Ja, da stünde ich vor einem sinnlichen Abgrund. Vielleicht hätte ich dann aber mehr Zeit für anderes – nähen, lesen, malen. Wer weiß?

0

Warum Kapitalismus und Kleidung für uns nicht zusammengehören

Wenn man einmal anfängt, Fragen zu stellen, bekommt man zumeist Antworten, die einem nicht gefallen.

In Bezug auf Kleidung stellen wir uns oft Fragen:

Ob man jede Saison neue braucht, obwohl die alten noch passen.

Ob man Kleidung aussondern muss, weil ein Fleck nicht mehr herausgeht.

Ob ein Loch oder Riss nicht einfach auch repariert werden kann.

Ob man Kleidung nicht viel öfter selbst herstellen sollte, um zu verstehen, dass ein Pullover für 12,95€ einfach nicht kaufbar ist, ohne dass jemand dabei verliert.

Ob Ausbeutung von Mensch und Tier für NICHTS ALS FINANZIELLEN GEWINN von wenigen Unternehmen wirklich sein muss.

Heute sah ich einen Trailer für ein Buch, welches darlegt, dass die Modeindustrie genau das ist. Eine Industrie.

Guter Beitrag.

Beeindruckt haben mich nicht nur die Bilder, sondern auch die Frage zu kulturellen Monopolen:

“The fashion industry is always portrayed as really kind of creative, open source, of just kind of…”Do whatever you want!”

But once you look behind that surface, even a tiny bit, you see that all of the stores, all of the designers, all of the magazines, they’re all just owned by a very small number of cooperations. And it’s these cooperations which are controlling our common cultural heritage, which are deciding what we wear every single day, you know, what we read about, every single day.

And monopolies in other areas are very serious, and can lead to price fixing and things, but what are we doing about these cultural monopolies which I think are really strangeling our potential and our potential for creativity?”

Ich mag mein kreatives Potential nicht einschränken oder beschneiden lassen. Ich möchte nicht dem Konsum erlegen sein. Ich möchte mir nicht einreden lassen, dass Konsum und ständiger Neukauf das Einzige ist, was richtig ist.